Auch Orang Utans und Ebenhölzer sind Teil dieser Welt

01.02.2010, von Alex Rübel, Zoodirektor

Auf Borneo und in Madagaskar wird abgeholzt, was das Zeug hält. Wir wollen billiges Palmöl und beruhigen uns damit, dass es wir ja als Gutmenschen ‚zertifiziertes’ Palmöl kaufen. Das hilft wenig, denn daneben wird gerade ein neues Waldstück abgeholzt für unzertifiziertes Palmöl als Biodiesel. Mit jedem Stück Tropenwald, das dort verschwindet, müssen auch Orang Utans weichen. Doch was soll mit Ihnen geschehen, wenn für sie kein Lebensraum mehr da ist? Immerhin, es gibt Leute, die sich um die Orang Utans kümmern. Im Wald haben aber noch viele andere Tierarten gelebt: Kleine Kantschils, Vögel, Reptilien, Frösche und Insekten. Für sie gibt es keine Rettung, sie sind verloren.

In Madagaskar wird Eben- und Rosenholz geschlagen, gewachsen in 250-1000 Jahren. Was soll das schon schaden, der Wald steht ja immer noch. Doch wie lange? Die Harthölzer sind nicht nur schön, sie stabilisieren den Wald, der sonst von den Zyklonen, die 360 Stundenkilomenter erreichen, umgemäht wird. Dann haben nicht nur die Lemuren nichts mehr zu essen, auch die Menschen verlieren ihre Lebensgrundlage und müssen hungern.

Seit der Industrialisierung vor etwa 150 Jahren hat die Ausrottungswelle massiv zugenommen, Jeden Tag sterben etwa 100 verschiedene Tierarten aus, viele kleine, die wir kaum wahrnehmen, die aber fürs Gleichgewicht ebenso wichtig sind wie der Orang Utan. Das führt dazu, dass die Biodiversität, der Puffer für ein Gleichgewicht auf unserer Erde immer kleiner wird. Wenn das Gleichgewicht fehlt, sind nicht nur die Orang Utans gefährdet, auch wir Menschen müssen ums Überleben kämpfen: Fehlen zum Beispiel einzelne Vogelarten, die Mücken fressen, können sich Mücken, die Krankheiten verbreiten, ungehindert vermehren.

Deshalb gilt auch für unser Überleben: Erhaltet die Biodiversität!

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