Mehr Natur!

04.05.2010 von Kathy Riklin, Nationalrätin CVP und Co-Präsidentin der parlamentarischen Gruppe Biodiversität und Artenschutz

Die Bilanz der letzten Jahre ist ernüchternd. Knapp 40 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Schweiz gelten als naturnahe Lebensräume. Es sind dies die ökologischen Ausgleichsflächen und Alpweiden. Sie tragen zur Erhaltung der Lebensräume für unsere Fauna und Flora bei.

«Gleichwohl wird aus den aktuellen Roten Listen ersichtlich, dass der Artenschwund in der Schweiz nicht gebremst wird, sondern dass im Gegenteil die Mehrheit der beobachteten Arten wie Blütenpflanzen, Amphibien, Reptilien rückläufig ist. Bei der Identifizierung der Trockenwiesen und –weiden, die durch die Aufnahme in die Inventare der Lebensräume von nationaler Bedeutung geschützt werden sollen, wurden nur geringe Fortschritte verzeichnet.» Dieser ernüchternde Befund wird im Umweltprüfbericht der OECD Ende 2006 festgehalten.

In der dicht besiedelten Schweiz ist der Druck, welcher Siedlungsbau, Verkehrsinfrastrukturen und Tourismusaktivitäten auf Natur- und Kulturlandschaften ausüben, sehr hoch.

Die zunehmende Urbanisierung und die Bautätigkeit ausserhalb der Bauzonen für Wohn- und Gewerbebauten, aber auch für Infrastrukturanlagen, bedrängen die naturnahen Räume enorm. Die Raumplanung vermag dem anhaltenden Bodenverbrauch von rund 1 m2 pro Sekunde nicht Einhalt zu gebieten. Die Bedrohungen sind  offensichtlich.

Bund, Kantone und Gemeinden sind somit aufgerufen, sich für die Biodiversität in unserem Land einzusetzen. Aber auch jeder Einzelne kann etwas beitragen. Durch sorgfältigen Umgang mit der Natur und durch Massnahmen in seinem persönlichen Wohn- und Arbeitsbereich: Mehr Natur und weniger Beton, Schaffen von Raum für einheimische Pflanzen und Tiere. Denn die Natur braucht den Mensch nicht, aber der Mensch braucht die Natur. Der Schutz der natürlichen Lebensräume ist daher in unserem ganz ureigenen Interesse.

12 Jahre habe ich mich als Präsidentin der Eidgenössischen Kommission für Natur- und Heimatschutz ganz konkret für den Natur- und Landschaftschutz in der Schweiz eingesetzt. Heute versuche ich durch meine Arbeit im Nationalrat die richtigen Gesetzgebungsentscheide auf Bundesebene zu fällen und mit Interventionen zu Smaragd und anderen wichtigen Massnahmen und Projekten die Biodiversität zu fördern. Die Arbeit wird uns nie ausgehen. Ich werde mich weiterhin engagiert und mit Freude einsetzten für mehr Natur!

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