Vielfalt gedeiht in den Händen vieler Menschen

19.04.2010 von Béla Bartha, Geschäftsführer ProSpecieRara

Vor kurzem war ich an ein Symposium eingeladen um über die Erhaltung der Vielfalt historischer Zierpflanzen zu referieren. Ich sprach also über Pflanzen mit einer bestimmten Geschichte und Herkunft.

Schauen wir uns einen Zeitraum von 1850 bis 1950 an, so gehen die Nennungen von Zierpflanzen, die allein für die Schweiz eine gewisse Bedeutung hatten in die Zehntausende. Eine grossartige Vielfalt, die auf die Arbeit vieler Züchterhände zurückzuführen ist und ebenso zur Biodiversität gehört wie z.B. wilde Orchideenarten.

Traurig wird es jeweils, wenn man sich nun konkret auf die Suche nach den Pflanzen macht, die so schön in den alten Pflanzenkatalogen beschrieben sind. Hier landet man relativ unsanft wieder auf dem Boden der Realität, denn 70% dieser vielfältigen Schönheiten sind nicht mehr auffindbar.

Trotz allem sind es immer noch mehrere tausend Sorten, die es für zukünftige Generationen zu erhalten gilt. Während meines Vortrages konnte ich sofort spüren, dass dem Publikum des Symposiums der Mut schwand und sich eine gewisse Resignation breit machte, in Anbetracht dieser riesigen Vielfalt, die es da zu erhalten gilt. Wer soll das bezahlen? Wer hat die Zeit und den Platz so viele Pflanzen aufzunehmen, zu hegen und zu pflegen?

Diese Reaktion und Fragen hatte ich schon erwartet und daher begann ich von der ProSpecieRara-Vision zu erzählen. Im Saal sassen etwa hundert Menschen. Wenn nur schon jeder dieser hundert Menschen zwei Pflanzen in seine Obhut nehmen würde, dann wären schon zweihundert Sorten gerettet. Wenn dies wie bei ProSpecieRara gegen 3000 Menschen machen, dann wird die schier unlösbare Aufgabe plötzlich lösbar!

Am Ende des Symposiums boten mir zwanzig Gartenbsitzer/-innen spontan grössere Flächen als Herbergen für historische und gefährdete Zierpflanzen an. Ich begann sofort zu rechen jeder Garten nimmt 20 Sorten, das macht.... – Vielfalt gedeiht eben in den Händen vieler Menschen.

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