Bedeutung der Biodiversität

Die Vielfalt des Lebens hat einen Wert an sich und wir alle tragen dafür eine moralische Verantwortung. Biodiversität ist schön. Biodiversität und die dank ihr erbrachten Leistungen der Ökosysteme sind aber auch von ökonomischer Bedeutung für den Menschen.

  • Schönheit und Ästhetik verkörpern: Die Vielfalt der Natur ist für den Menschen eine Quelle der Freude, Inspiration und Erholung. Diese Beziehung spiegelt sich in der Kunst und in den Religionen. Aber auch Tourismus und Wohnqualität hängen eng vom ästhetischen Wert der Biodiversität ab.
  • Einen Existenzwert darstellen: Biodiversität an sich hat einen Wert, ohne dass der Mensch einen Nutzen daraus zieht. Nur im Wissen darum, dass sie existiert, vermittelt sie Freude und Bereicherung. Viele Menschen erfüllt zum Beispiel der Verlust von Biodiversität mit Trauer.
  • Böden festigen: Artenreiche Lebensgemeinschaften sorgen mit ihren vielfältigen Wurzelsystemen vor allem im Berggebieten dafür, dass der Boden auch an steilen Hängen an Ort und Stelle bleibt.
  • Abfallentsorgung gewährleisten: Der Boden und seine vielfältigen Lebewesen helfen, tote Pflanzen und Tiere sowie menschliche Schadstoffe und Abfälle abzubauen. Unterschiedlichste Mikroorganismen zersetzen die organischen Verbindungen weiter und machen sie somit für die Pflanzen wieder verfügbar.
  • Das Klima regulieren: Pflanzen entfernen Treibhausgase wie Kohlendioxid aus der Atmosphäre, sorgen durch das Verdunsten von Wasser für Feuchtigkeit und senken so die Temperatur an der Erdoberfläche auf ein angenehmes Niveau.
  • Den Wasserhaushalt regulieren: Auenwälder und Moorflächen halten die Spitzen von Hochwasser wirksam zurück und speisen zusammen mit anderen Ökosystemen das Grundwasser.
  • Arzneistoffe bereitstellen: Ein Viertel der in den USA verordneten Medikamente enthalten Wirkstoffe, die aus Pflanzen gewonnen werden[2].
  • Hochwertige Nahrungsmittel garantieren: Manche gezüchteten Sorten müssen immer wieder mit ihren natürlichen Verwandten zurückgekreuzt werden, um ihre Eigenschaften erhalten zu können. Zudem beläuft sich zum Beispiel in der Schweiz der ökonomische Wert eines Bienenvolkes als Bestäuber von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen auf 950 bis 1250 CHF[3],[4].
  • Unkräuter und Schädlinge kontrollieren: Etwa 99% aller Schädlinge werden von natürlichen Feinden, wie Vögel, Spinnen, parasitische Wespen und Fliegen und Pilze in Schach gehalten[5]. Geschickt zusammengestellte Mischkulturen unterdrücken das Aufkommen und die Ausbreitung von Unkräutern[6].
  • Extremsituationen abpuffern: So können artenreiche Wiesen nach klimatischen Extremereignissen wie langen Trockenperioden ihre Biomasseproduktion rascher wieder auf das frühere Niveau bringen als artenarme.
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    [2] Fahrnsworth N.R (1992): Die Suche nach neuen Arnzeistoffen in der Pflanzenwelt
    [3] Fluri P., Frick R. (2005): Imkerei in der Schweiz - Fakten und Bedeutung. Agrarforschung 12(03). 104-109
    [4] Forschungszentrum Agroscope Liebefeld-Posieux ALP: Bienenhaltung in der Schweiz,  Stand Juni 2009
    [5] Forum Biodiversität Schweiz (Hrsg.): Biodiversität in der Schweiz, 2004, ISBN 3-258-06800-3. S. 62
    [6] Mortensen D.A. et al (2000): The role of ecology in the development of weed management system